Feldhase

Der Feldhase – 
pfiffiger Sprinter im Naturpark

Die dämmerungs- und nachtaktiven Feldhasen können Sie im Naturpark beispielsweise auf den ehemaligen Rieselfeldern um Hobrechtsfelde beobachten. Hier finden die Vegetarier reichlich Nahrung und Versteckmöglichkeiten, um vor natürlichen Feinden Zuflucht zu finden.

Auf Partnersuche gehen die Langohren zwischen Januar und Juni – bevorzugt im März/April. Dabei gehört das Boxen mit den Vorderläufen offenbar zum Balzritual, obgleich vor der Paarung oft noch Nebenbuhler aus dem Feld zu schlagen sind. Hat sich das Paar gefunden und vergnügt, werfen die Häsinnen nach 43 Tagen zwei bis vier Junge. Bis zu drei Würfe schaffen die Hasenmütter im Jahr. In einem Versteck säugt die Mutter ihren Hasennachwuchs und verteidigt ihn aufopferungsvoll gegen Feinde. Die Kleinen können gleich nach der Geburt sehen und laufen. Zum Ende des ersten Lebensjahres haben sie schon die Geschlechtsreife erreicht.

Bei Gefahr wird ein Sprint eingelegt

Der Feldhase hat viele Feinde. Vor Wildschweinen, Füchsen, Greif- und Rabenvögeln, aber auch Hunden und wildernden Katzen muss er sich vorsehen. Deshalb sind ausreichend Versteckmöglichkeiten in der freien Flur für ihn lebensnotwendig. Er kann bis zu drei Meter weit und zwei Meter hoch springen und verwirrt seine Verfolger mit seinen abrupten Richtungswechseln. Zudem ist er ein hervorragender Läufer und erreicht bis zu 80 km/h. Befindet er sich in höchster Gefahr, hört man einen durchdringenden, quäkenden Laut, den die Jäger „Klagen“ nennen.

Bevorzugte Wohnlage

Der Feldhase liebt warme, trockene und offene Flächen, auf denen der kurzsichtige Hase durch seine seitlich stehenden Augen einen guten Überblick hat. In den letzten Jahren wurde er außerdem immer wieder auch in Wäldern gesichtet. Den Tag verbringt Meister Lampe in kleinen Mulden, Sassen genannt. Bei Gefahr drückt er sich dort regungslos an den Boden und ergreift erst im letzten Moment die Flucht. Selbst den Winter verbringt er in der Sasse und lässt sich in ihr einschneien. Hat sich der Feldhase für eine Wohnlage entschieden, bleibt er dort sein Leben lang. Entscheidend für die Ortswahl ist auch das Nahrungsangebot. Dabei bietet eine klein strukturierte Feldflur dem Feinschmecker all seine Lieblingsspeisen wie Wildkräuter, Gräser, Früchte und die Knospen von Bäumen und Sträuchern.

Einstige Gefährdung und langsame Erholung der Population

In den 70er bis 80er Jahren ging der Bestand an Feldhasen stark zurück, sodass er auch heute noch als gefährdete Art in der Roten Liste Brandenburgs geführt wird. Ein wichtiger Grund war die Strukturbereinigung der Felder. Die Hasen fanden keine Versteckmöglichkeiten und ihre natürlichen Feinde hatten leichtes Spiel. Durch den starken Einsatz von Pestiziden und Düngern gingen die Wildkräuter auf unseren Äckern zurück. In der Folge fehlte es den Hasen an Nahrung. Neue Gewerbe- und Siedlungsgebiete verdrängten weiterhin ihren Lebensraum. In den 90ern bis 2000 erholten sich die Feldhasen-Bestände gemächlich. Geringerer Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln, die Wiederbepflanzung mit Hecken und die Anlage kleinerer Schläge verbesserten auch für den Langbeiner die Lebensbedingungen.
Im Naturpark Barnim werden durch die Förderung des ökologischen Landbaus, die gezielte Förderung der Landwirtschaft für umweltgerechte Produktionsverfahren, die Sicherung von Naturschutzgebieten und die Neuanpflanzung von Hecken Bedingungen geschaffen, die das Wohnumfeld der Feldhasen attraktiver gestalten. So werden wichtige Grundlagen für eine Bestandserhöhung geschaffen.

 

 


Photo of brown hare sitting in a grass

02_Feldhase_Grey59_PIXELIOoriginal

03_Feldhase_Grey59_PIXELIOoriginal

04_Hasenkinder_FotoportalVDN_Josef Sauer

 

 

 

 

Eisvogel

Türkis schillernder Eisvogel

Die fischreichen Fließe und Seen im Naturpark sind für den farbenfrohen Eisvogel ein Paradies. Findet er dazu ein attraktives Plätzchen mit guter Sicht auf die Beute, so hat der Eisvogel fast alles, was sein Herz begehrt. Zu seinem Glück fehlen nur noch steile Erdwände oder Uferabbrüche, in die er seine Behausung graben kann.

All das bietet der Naturpark dem türkis schimmernden Flugkünstler. Also Ohren und Augen beim Wandern auf! Es gibt eine reelle Chance, hier den prachtvollen Kerl beobachten zu können. Häufig weist zuerst sein durchdringendes, hartes „Ziii“ auf seine Anwesenheit hin, bevor er blaugrün leuchtend und blitzartig über dem Gewässer auftaucht. Verpasst? Nach diesem kurzen Aufleuchten lohnt ein Blick in die Umgebung, vielleicht ist sogar das Fernglas dabei. Häufig hat sich der professionelle Fischer einen Ast kurz über dem Wasser gesucht, um gezielt seine Beute zu erhaschen.
Bachforellen, Gründlinge, Plötzen, Rotfedern, selten auch Insekten, Kaulquappen oder kleine Amphibien stehen auf seinem Speiseplan. Erfolgreich jagen die meisterhaften Fischer bei klarer Sicht. Hierfür benötigen sie eine gute Wasserqualität und tauchen sogar bis zu einem Meter tief zu ihrer Beute. Aber auch ihr abwechslungsreicher Speiseplan erfordert sauberes Wasser.

Naturschutzmaßnahmen im Naturpark sorgen für attraktive Wohngegenden und ein reichliches Nahrungsangebot

Uferverbau, Kanalisation von Bächen und Wasserverschmutzung führten besonders zwischen 1970 und 1990 zu Bestandseinbußen. Die Beseitigung von Wehren und künstlichen Verbauungen an zahlreichen Fließgewässern im Naturpark und das Einbringen oder Liegenlassen von Totholz schaffen nicht nur für Fische attraktivere Lebensbedingungen, sondern führen auch dazu, dass die Kraft des Wassers gestalten darf. So wird das Nahrungsangebot des Meisterfischers verbessert und Prallhänge mit Steilufern, Kiesbänke, Uferabbrüche und seichte Buchten können entstehen – ein Eldorado für Eisvögel. Die Wurzelteller umgestürzter Bäume bieten weiteres Bauland, sodass er bis 90 cm lange Brutröhren ins Erdreich graben kann.

Arbeitsteilung ist angesagt

Beim Bau der Brutröhre sind Männchen und Weibchen gleichermaßen beteiligt. Am Ende der Röhre wird ein Nestkessel gebaut. Hier legt das Weibchen Ende März sechs bis sieben Eier hinein. Beide Eltern brüten dann 18 bis 23 Tage lang und versorgen ihre Nachkommen. Nach ca. 27 Tagen fliegen die Jungen aus und jagen schon nach wenigen Stunden. Zweit- und Drittbruten dauern oft bis in den August. Wiederum ist Arbeitsteilung angesagt. Während das Weibchen auf der Brut sitzt, werden vom Partner die Nachkommen der ersten oder zweiten Brut gefüttert.

Bei Frost fällt die Nahrungssuche schwer

Auch den Winter verbringt der schillernde Eisvogel hier. Bei Frost ist er auf der Suche nach eisfreien Stellen und fliegt auch weiter zu frostfreien Gewässern, um an Nahrung zu gelangen. Zuweilen fällt die Nahrungssuche in Extremwintern schwer, sodass in harten lang andauernden Wintern die Bestände stark schrumpfen. Die Bestandseinbußen aufgrund der extremen Lebensbedingungen versucht er mit viel Nachwuchs auszugleichen.

 

 


Eisvogel

03_Eisvogel_VDN_Fotoportal_Peter Lindel

02_Eisvogel_by_Peashooter_pixelio_de

 

 

 

 

 

Rotmilan

Elegant kreisend – und vorwiegend in Brandenburg zu Hause

Der Rotmilan, auch als Roter Milan, Königsweihe oder Gabelweihe bekannt, fühlt sich am wohlsten auf Feldern und Viehweiden, im Grünland und den angrenzenden Waldrändern. Zum Brüten benötigt er Horstbäume, zur Nahrungssuche offene Wiesen, Felder und Weiden.

Er kann eine Spannweite von über 170cm erreichen. An seinem rostroten, tiefgegabelten Schwanz ist er im Flug auch für Laien gut von dem etwas kleineren Schwarzmilan zu unterscheiden. Im Naturpark ist er auf Nahrungssuche vielerorts zu beobachten. Er jagt gerne Mäuse, kleine Vögel und Insekten, aber auch Aas steht auf dem Speisezettel. Der Rotmilan stiehlt sogar Beute bei anderen Vögeln.
Über die Hälfte des Weltbestandes der Rotmilane brütet in Deutschland. Am häufigsten kommt der Greifvogel in Brandenburg und Sachsen-Anhalt vor.

Für seine Brut baut er in über 20 Metern Höhe seinen bis zu einem Meter hohen Horst. Die Brut beginnt im April und dauert im Durchschnitt 33 Tage. Das Weibchen legt 2 bis 3, selten auch 4 Eier. Nach 6 bis 8 Wochen werden die Jungvögel flügge und verlassen nach etwa weiteren 4 Wochen die Familie.

Gefahren für den eleganten Greifvogel

Bestandsrückgänge waren seit Beginn der 1990er Jahre in Deutschland zu verzeichnen. Die Gründe für den Rückgang der Art waren vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft und der verstärkte Einsatz von Pestiziden, der durch die Aufnahme vergifteter Beutetiere auch beim Rotmilan zu Vergiftungen führt. Häufiger als andere Greifvögel verunglückt er an Windkraftanlagen. Offenbar sucht er bevorzugt in deren Nähe nach Beutetieren und wird dann selbst zum Unfallopfer. Aber auch an Freileitungen, Straßen und Bahnlinien kommt es zu Unfällen.
Aufgrund dieser Einbußen wurde der Rotmilan 2002 in die Vorwarnliste der neuen Roten Liste gefährdeter Brutvögel in Deutschland aufgenommen.
In der Regel zieht der Rotmilan von Mitteleuropa im Winter in den Süden, wobei ein hoher Prozentsatz der im westlichen und südwestlichen Europa brütenden Rotmilane im Brutgebiet verbleibt.

Verbesserungen durch umsichtigen Umgang mit dem Lebensraum des Rotmilan

Zur Verbesserung der Bestände sollte unbedingt die Belastung durch Pestizide in der Landwirtschaft verringert werden. Weitere sinnvolle Maßnahmen zum Schutz des Rotmilans sind Vogelschutzmarker an Freileitungen zur besseren Sichtbarkeit, sowie vogelfreundliche Mastkonstruktionen. Brutplätze und Winterschlafplätze des Rotmilans müssen von Windkraftanlagen konsequent ausgeschlossen werden.
Am Besten wird während der Brutzeit im Umkreis von 300 Metern zum Horst keine Waldbewirtschaftung durchgeführt und die Anlage von Wanderwegen erfolgt abseits von Horststandorten. So kann der elegante Greifvogel auch weiter bei uns seine Runden über den Feldern ziehen.

 

 


Die Schnelle Havel

02Bruthabitat_Rotmilan

03_Rotmilan_Uwe Schlick_pixelio.de

04_Milan_Nestbau_original_Rainer Brueckner_pixelio.de

 

Naturparkfest 2015

Am 5.9. lädt der Naturpark Barnim zum Fest in Biesenthal

Sagenhaftes Treiben rund um den Schlossberg in Biesenthal
Erleben Sie Seiltänzer, Theater-Performance, den Biesenthaler Regionalmarkt und vieles mehr!

Zum 2. Mal gastiert der Naturpark mit vielfältigen Angeboten rund um den Schlossberg.
Hier kann geritten, gebastelt, geklettert und getobt werden. Die Mutigen bezwingen von außen den Turm und die Geschickten laufen auf Stelzen oder dem Seil.
Verschiedene Erlebnisstationen erzählen Geschichte und Geschichten rund um den Schlossberg. Wer hoch hinaus möchte, wird mit einem fantastischen Blick auf das bunte Treiben und die Stille in der Ferne belohnt.

Viele Attraktionen für Jung und Alt

Hier können Naturinteressierte sich informieren und Kulturgenießer ihre Seele baumeln lassen. Grünholzdrechseln, Bogenbauen und Bogenschießen – für handwerklich Begabte gibt es eine Menge zu probieren. Oder wie wäre es mit dem Bau von Nistkästen? Dies und vieles mehr zum Thema Wald bieten die Berliner und Brandenburger Forsten und der Jagdverband Bernau.
Der Naturpark Barnim, seine Naturwächter und der NABU stellen aktuelle Projekte vor.
Dabei untermalen Livemusik, Artistik, Tanz und Theater-Performance das Treiben.
Hier und da ziehen bezaubernd kostümierte Stelzenläufer die Gäste in ihren Bann.

Leckeres und Schönes

Der Biesenthaler Regionalmarkt bereichert mit einem vielfältigen Angebot an Kunsthandwerk und landwirtschaftlichen Produkten. Mal bio, mal regional – es kann genascht, bewundert, gestaunt und natürlich auch gekauft werden.

Gerhard Schöne – von leise bis intensiv

Der weitbekannte Liedermacher berührt, bewegt und begeistert Groß und Klein mit seinen Songs. Seit Jahrzehnten füllt der Meister der leisen Töne Konzerthallen auf seinen Tourneen. So freuen wir uns, ihm mit seinen Songs diesmal beim Naturparkfest zu lauschen.

 

Detaillierte Informationen rund um das Fest und die vielfältigen Aktivitäten lesen Sie unter:
www.naturparkfest-barnim.de

 


Seifenblasen
07_P1010268_Hauptlorenz
04_NP_Fest2014_ABrodersen
06_NP-Fest2014_ForstamtPankow3

 

Feuerfalter

Eine Rarität: der Große Feuerfalter

In Brandenburg ist der prächtige Schmetterling selten geworden. Aber im Naturpark Barnim flattert er Ihnen noch entgegen. Zum Beispiel auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Trampe. Hier findet der Große Feuerfalter alles, was er braucht.

Ein Falter mit besonderen Ansprüchen

Schillernd rot leuchten die verschiedenen Feuerfalter-Arten aus dem bunten Reigen der Schmetterlinge hervor. Einige von ihnen sind selten geworden, so auch der Große Feuerfalter. Denn der prächtige Schmetterling stellt besondere Ansprüche an sein Biotop: Er lebt auf Feuchtwiesen, in Niedermooren und Uferbereichen und braucht für seine Nahrungsaufnahme und das Aufziehen der Raupen spezifische Pflanzen. Bevorzugt fliegt er violette oder gelbe Blüten an – wie sie ihm Blutweiderich, Sumpf-Kratzdistel, Sumpf-Gänsedistel oder Wasserdost bieten.

Fluss-Ampfer – eine lebenswichtige Konstante

Für den Nachwuchs des Großen Feuerfalters ist der Fluss-Ampfer überlebenswichtig. An seinen Blättern legen die Weibchen ihre Eier ab, aus denen nach zwei Wochen Raupen schlüpfen und sich sogleich von den Blättern ernähren. Auch zum Verpuppen und – wenn nötig – zum Überwintern nutzen die Raupen des Großen Feuerfalters die Stängel oder verwelkten Blätter des Fluss-Ampfers.

Auf der Roten Liste gelandet

Im Vergleich zu den 50er und 60er Jahren ist die Population des Großen Feuerfalters stark zurückgegangen. Inzwischen wird er als „stark gefährdet“ eingestuft. Aber warum? Durch intensive Grünlandnutzung, regelmäßige Entwässerung, falsche bzw. fehlende Beweidung oder Mahd verschwinden die Nektarpflanzen und der Fluss-Ampfer, die für den Großen Feuerfalter so wichtig sind.

Gut geschützt im Naturpark Barnim

Im Naturpark Barnim jedoch findet der Große Feuerfalter perfekte Lebensbedingungen: Feuchtwiesen werden revitalisiert, der Fluss-Ampfer durch behutsame Mahd erhalten und stark wachsende Gräser durch eine extensive Beweidung im Zaum gehalten, damit sie die kostbaren Nektarpflanzen nicht verdrängen. So können Sie im Naturpark Barnim den kleinen König der Lüfte noch immer beobachten.

 


01_Blutweiderich_by_Rolf Handke_pixelio.de
03_Lycaena dispar_NaturparkBarnim
04_Flussampfer_Naturpark Barnim
P1130088_Lycaena_Trampe

Zauneidechse

Im Reich der Zauneidechsen

Zauneidechsen suchen den Wechsel von offenen Böden und lockerem Pflanzenbewuchs – und finden ihn in der Schönower Heide. Hier genießen sie ihr Sonnenbad genau so wie die Kühle und den Schutz der Vegetation.

Treffpunkt Schönower Heide

Nicht nur Naturliebhaber aus Berlin und Brandenburg zieht es in die Schönower Heide. Auch Zauneidechsen lieben diesen speziellen Landschaftsraum mit seinen offenen Sandböden und den unterschiedlich dicht bewachsenen Bereichen. Als wechselwarme Tiere nutzen sie die freien Flächen für ein Sonnenbad, um ihre Körperfunktionen zu aktivieren. Nach diesem Morgenritual gehen die Zauneidechsen auf Nahrungssuche. Auf ihrer Speisekarte stehen an erster Stelle Heuschrecken, Käfer, Ameisen, Spinnen, und deren Larven. Dazu trinken sie einen Tropfen Tau- oder Regenwasser. Brauchen sie Schutz oder Abkühlung, ziehen sie sich in die vegetationsreichen Teile der Schönower Heide zurück.

Beliebter Sandboden

Die offenen Sandböden der Schönower Heide nutzt die Zauneidechse zum Fortpflanzen und Überwintern. Im Herbst graben sie sich in den lockeren Sand ein und schützen sich so während ihrer winterlichen Kältestarre vor Frost. Erst im März, mit Beginn der Paarungszeit, erwachen die Zauneidechsen wieder. Für die Eiablage wählen sie erneut die sandigen Plätze der Schönower Heide. Hier hinein gräbt das Weibchen kleine Löcher, in die es 5 bis 14 Eier setzt. Nach ca. 2 Monaten schlüpfen die bis zu 6 cm langen jungen Eidechsen.

Die Glattnatter ist nicht weit

Zu den Feinden der Zauneidechse gehören Glattnattern, Vögel, Marder und Füchse. Als Schutzmechanismus kann die Eidechse einen Teil ihres Schwanzes abwerfen, um die Aufmerksamkeit des Feindes auf das zuckende Anhängsel zu lenken. Der Schwanz wächst später wieder nach.

Streng geschützt und im Naturpark gut aufgehoben

In Norddeutschland ist die Zauneidechse durch eine intensive Landwirtschaft, durch Straßen- und Siedlungsbau sowie das Verschwinden von Randstreifen und Böschungen nur noch selten anzutreffen. Sie gehört zu den streng geschützten Arten. Weil die Berliner Forsten die unterschiedlichen Lebensbereiche der Schönower Heide erhalten, zählt dieser einzigartige Landschaftsraum vor den Toren Berlins nach wie vor zum Reich der Zauneidechse.

 

 


Zauneidechse, Sand lizard, Lacerta agilis

SchoenowerHeide_Lebensraum_KerstinBosse

02_NSG_SchoenowerHeide_Liebke

03_Zauneidechse_by_Stephan Bratek_pixelio.de

04_Zauneidechse_weiblich_by_Jewgenia Stasiok_pixelio.de

 

 

Honigbiene

Honig, Wachs und Artenvielfalt

Die Honigbienen produzieren nicht nur Honig und Bienenwachs, sondern bestäuben auch Nutz- und Wildpflanzen. So leisten die Bienen einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt im Naturpark Barnim.

Gute Kollegen: Bienen und Imker

Mit viel Leidenschaft und fundiertem Wissen hegen unsere Naturpark-Imker ihre Bienen. Dabei wird feinster pollenreicher Honig produziert. Im BARNIM PANORAMA und im Milchladen der Lobetaler Bio-Molkerei in Biesenthal können Sie Barnimer Naturparkhonig kaufen. Der Beste wird traditionell zum Naturparkfest prämiert.

60.000 Bienen, und jede weiß, was sie zu tun hat

Jeder Bienenstock ist ein komplexer Staat, der die meiste Zeit des Jahres aus Königin und Arbeiterinnen besteht.
Bis zu 60.000 Bienen teilen alle Aufgaben unter sich auf. Die Arbeiterinnen z.B. bauen, beschützen, ziehen Larven auf, sammeln Nektar und Blütenstaub, und bestäuben dadurch unzählige Pflanzen.
In die von ihnen gebauten Waben legt die Königin ab den ersten Temperaturen über Null Grad im zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein täglich bis zu 2.000 Eier. Nach 21 Tagen schlüpfen schon die jungen Bienen. Bis zum Sommer hat das Volk auch um die 1.000 männliche Tiere, die Drohnen, herangezogen. Viele von Ihnen begatten die Jungköniginnen und sterben daraufhin. Die übrigen Drohnen werden bei Trachtende im Spätsommer aus dem Stock vertrieben.

Kurz bevor eine Jungkönigin schlüpft, verlässt die alte Königin mit einem Teil der Arbeiterinnen den Stock und gründet einen neuen Staat. Im Oktober ist die Brutzeit beendet und die Winterruhe beginnt.

Rückgang durch Umwelteinflüsse

Seit der Nachkriegszeit ist ein kontinuierlicher Rückgang von Bienenvölkern zu erkennen. Ursachen sind unter anderem Krankheitserreger, der verstärkte Einsatz von Pestiziden, sowie Monokulturen. Auch zerstörte Lebensräume stehen im Verdacht, für den andauernden Bienenrückgang verantwortlich zu sein. Nur intakte Lebensräume schaffen das richtige Umfeld für Bienen.

Bienen daheim besuchen!

Tourentip: Auf dem Entdeckerpfad im BARNIM PANORAMA können Sie einen Bienenstock, die Wohnung der Honigbienen, besichtigen.
Oder buchen Sie eine Führung für Kinder im BARNIM PANORAMA zum Thema „Von Blüten, Bienen, Wind und Wasser -Wege der Bestäubung“.

Mehr unter: www.barnim-panorama.de

 

 


Arbeitsbiene
Biene_Apfelbluete_Fotolia_64718280
Bienennest
Blumenwiese
Naturparkhonig
Pollenpaket

 

 

Entdeckertour 2015

Entdeckertour durch den Naturpark Barnim

Bitte erkundigen Sie sich nach den nächsten Terminen.

Es ist immer ein besonderes Erlebnis, wenn Naturparkchef Peter Gärtner und Molkereimeister Michael Kuper zu ihren Lieblingsplätzen im Naturpark Barnim führen. Die Lobetaler Bio-Molkerei gehört genau so dazu wie der malerische Liepnitzsee oder die Dünen der Melchower Schweiz. Groß und Klein kommen an diesem Tag auf ihre Kosten.

Auf Entdeckertour im Mai 2015

Vor dem Bahnhof Bernau flattert eine Lobetaler Bio-Fahne. Hier nehmen Molkereimeister Michael Kuper und Naturparkchef Peter Gärtner ihre Entdeckergruppe in Empfang. Gemeinsam geht’s nun mit dem gecharterten Bus mitten hinein in den Naturpark Barnim.

Über Berg und Tal.

Über Terrassen, durch Schluchten bis hin zu eingesenkten Seen – malerisch, welche Formen die Eiszeit rund um den Liepnitzsee hinterlassen hat. Naturparkchef Peter Gärtner erzählt, wann und wie dieses Auf und Ab entstand und was es mit den eingestreuten Mooren auf sich hat.
Ehrwürdige Buchen säumen die Seen. Kein Wunder, dass der Gesang der Hohltaube und das emsige Trommeln des Schwarzspechts den Vormittag über zu hören sind. Verlassene Schwarzspecht-Nester hoch oben in den Buchen werden übrigens von Schellenten genutzt, die weiter vorn über den Liepnitzsee kreuzen. Auf dem Wasser gesellen sich ihnen Haubentaucher oder Reiherenten hinzu.

Regionale Köstlichkeiten.

Eine wohlverdiente Stärkung gibt es am Mittagsbuffet in der Lobetaler Bio-Molkerei. Eben hat Michael Kuper die Herstellung seines Joghurts erklärt, nun darf probiert werden. Noch eine Tasse Kaffee, ein kleiner Einkauf im Milchladen und schon fährt der Entdeckerbus wieder vor.

Vom Winde verweht.

Gesättigt und ausgeruht geht es weiter in die Melchower Schweiz. Wie der Name schon erahnen lässt, ist Brandenburg rund um Melchow ungewöhnlich hügelig. Die Erklärung reicht viele Tausend Jahre zurück: Als nach der letzten Eiszeit angespülter Sand noch nicht bewachsen war, wurde er wortwörtlich vom Winde verweht und zu 10 bis 15 Meter hohen Binnendünen angehäuft. Peter Gärtner zeigt, wie die Luv- und Leeseite an einer Düne zu unterscheiden sind und welche Spuren die Eifelvulkane in den Binnendünen bei Melchow hinterlassen haben.

Einkehr- und Ausklang.

Am Naturparkbahnhof in Melchow können Sie bei Kaffee und Kuchen den Tag Revue passieren lassen, bevor Sie den Zug nach Hause oder den Entdeckerbus zurück zum Bahnhof Bernau nehmen.

 

 


_LIE0236_FrankLiebke
Haubentaucher_Barnim
Schwarzspecht
Schellente_Barnim
Naturparkbahnhof_Melchow

 

 

Tanz der Kraniche

Alle Jahre wieder: Die Kraniche sind zurück im Barnim

Ende Februar / Anfang März landen mehrere Hundert  Kraniche im Naturpark Barnim. Dann  können Sie wieder ihre trompetenden Rufe  im Biesenthaler Becken hören und mit etwas Glück die Balztänze dieser majestätischen Vögel beobachten. Einige bleiben den ganzen Sommer über bei uns, brüten hier und ziehen ihre Jungen auf. Andere fliegen nach einer kleinen Pause  weiter in den Norden. Ab Mitte Oktober sammeln sich die Kraniche erneut, um gemeinsam gen Süden zu fliegen.

Was die Kraniche in den Barnim zieht

In Deutschland sind die Grauen Kraniche (Grus Grus) heimisch. Als Zugvögel verbringen sie den Sommer in Mittel- und Nordeuropa, wo sie brüten und ihre Jungen aufziehen, bevor sie zum Überwintern nach Spanien oder sogar bis Nordafrika ziehen. Deutschland und Brandenburg spielen hierbei eine wichtige Rolle als Zwischenstation – und als Brutgebiet. Geeignete Brutbiotope sind unberührte Flachwasserbereiche in Moor- und Sumpflandschaften, Erlenbrüchen, Röhricht und Ackersölle. Bevorzugt werden Feuchtgebiete in Waldrandnähe, die dem Kranichpaar nahrungsreiche und überschaubare Offenlandschaften für die Aufzucht der Jungvögel bieten.

Der große Aufbruch

Von Juli bis Anfang Oktober finden sich die Kraniche auf Sammelplätzen ein, die über sichere Schlafplätze und ein ausreichendes Nahrungsangebot (Halme, Wurzeln, Insekten, Kleinsäuger, Würmer, Schnecken, Getreidesaat und kleinen Fische) verfügen. Ab Mitte Oktober beginnt im Nordosten Deutschlands der Abzug der Kraniche in ihre Winterquartiere. Da in Skandinavien der Flug Richtung Süden schon früher einsetzt, befinden sich auf den Sammelplätzen nicht nur „deutsche“ Kraniche.

Naturschutz zeigt Wirkung

Der Kranich ist der größte Vogel, den es in Deutschland zu beobachten gibt. In der Vergangenheit war die Art in Europa stark gefährdet, weil ihr Lebensraum durch intensive Landwirtschaft immer kleiner wurde. Langjährige Schutzbemühungen haben jedoch dazu geführt, dass die Population endlich wieder stabil ist. In Deutschland brüten inzwischen wieder etwa 5.000 Paare, davon mehr als 700 in Brandenburg.

Im Naturpark Barnim wurden die Brutbedingungen für den Kranich durch zahlreiche Moor-Renaturierungsmaßnahmen derart verbessert, dass die Zahl der Brutpaare in den letzten 15 Jahren auf 66 angestiegen ist.

 


jungeKraniche_-EberhardHenne
Kranich_by_Dieter_Osterodt_gross
Kranich_Kueken_EberhardtHenne
Kranichkueken_-EberhardHenne

1. Berlin-Brandenburger Naturschutz-Tagung

Berlin-Brandenburger Naturschutz-Tagung 2015

Ein Tag rund um den Moorschutz

Es ist ein spannendes Thema, das der Naturpark Barnim 2015 auf die Tagesordnung gesetzt hat. Erfahrene Naturschützer und interessierte Laien haben sich in Vorträgen und Diskussionen ausgetauscht und die Eichwerder Moorwiesen im Rahmen einer geführten Exkursion erkundet.

Erfahren Sie weitere Termine im Naturpark unter: www.naturpark-barnim.brandenburg.de/Veranstaltungen. Und besuchen Sie die Eichwerder Moorwiesen derweil auf eigene Faust.

Die Eichwerder Moorwiesen erholen sich

Einst haben im Tegeler Fließtal Enziane und Orchideen geblüht! Von der reichen Moorvegetation zeugen heute nur noch wenige Arten wie Sumpfbaldrian oder Schlangenknöterich. Aber die Eichwerder Moorwiesen erholen sich. Der Naturschutzfonds Brandenburg renaturierte mit Unterstützung des Naturparks diesen seltenen Lebensraum an der Grenze von Berlin und Brandenburg.

Kalkmoore sind selten geworden

Vor rund hundert Jahren waren Moore, die mit kalkhaltigem Bodenwasser gespeist werden, in Brandenburg noch weit verbreitet. Das Besondere an Kalkmooren ist ihr Artenreichtum. Viele
heute vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Moose sind in Kalkmooren zu Hause – oder waren es einmal.

Mensch und Moor

Die Bewohner des Tegeler Fließtals haben ihre Moorwiesen Jahrhunderte lang sanft genutzt und die biologische Vielfalt sogar erhöht. Problematisch sind die Extreme: Wird eine Moorwiese intensiv bewirtschaftet und dafür tiefgreifend entwässert, trocknet das Moor aus und wird unwiederbringlich zerstört. Gibt man aber die Bewirtschaftung einer Moorwiese ganz auf, breiten sich Hochstauden, Weidengebüsche und Erlenwälder aus und verdrängen die artenreiche Moorvegetation. Beides ist im Gebiet der Eichwerder Moorwiesen passiert. Die bis in die 70er Jahre hier auftretenden Kalkbinsen-Riede, Braunmoos-Seggen-Riede und Großseggen-Riede sind nur noch auf Restflächen erhalten. Schlangen-Knöterich und Sumpf-Baldrian erinnern an die reiche Pflanzenwelt, die hier einst heimisch war.

Renaturiert und nun wieder zu bewundern

Die Renaturierung der Eichwerder Moorwiesen begann im Winter 2012/2013: Weidengebüsche und Jungerlen wurden auf acht Hektar entnommen und etwa 40 Gräben
von rund 6,5 km Länge verschlossen. Zur Wiederherstellung der Moore sollen sich die Wasserstände ganzjährig auf Oberflächenniveau einstellen. Auch eine behutsame Nutzung der ehemals verschilften Flächen ist geplant, um dem Boden Nährstoffe zu entziehen. So werden die neuen Flächen ideale Voraussetzungen für die Wiederbesiedlung durch Amphibien,
Wiesenvögel, Insekten und seltene Niedermoorpflanzen bieten.

Vielleicht braucht es gar nicht viel, um die Moorwiesen „wachzuküssen“. Denn manche Samen können im Torf Jahrzehnte überdauern und keimen bei den richtigen Wasser- und Nährstoffverhältnissen wieder auf.

 

 

 

 


Panoramaneu_Moorwiesen_Andrea1_Ausschnitt
DSC_0031
Krebsschere
Moor
Graureiher_TegelerFliesz
Steg_LehrpfadEichwerderMoorwiesen