Feuerfalter

Eine Rarität: der Große Feuerfalter

In Brandenburg ist der prächtige Schmetterling selten geworden. Aber im Naturpark Barnim flattert er Ihnen noch entgegen. Zum Beispiel auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Trampe. Hier findet der Große Feuerfalter alles, was er braucht.

Ein Falter mit besonderen Ansprüchen

Schillernd rot leuchten die verschiedenen Feuerfalter-Arten aus dem bunten Reigen der Schmetterlinge hervor. Einige von ihnen sind selten geworden, so auch der Große Feuerfalter. Denn der prächtige Schmetterling stellt besondere Ansprüche an sein Biotop: Er lebt auf Feuchtwiesen, in Niedermooren und Uferbereichen und braucht für seine Nahrungsaufnahme und das Aufziehen der Raupen spezifische Pflanzen. Bevorzugt fliegt er violette oder gelbe Blüten an – wie sie ihm Blutweiderich, Sumpf-Kratzdistel, Sumpf-Gänsedistel oder Wasserdost bieten.

Fluss-Ampfer – eine lebenswichtige Konstante

Für den Nachwuchs des Großen Feuerfalters ist der Fluss-Ampfer überlebenswichtig. An seinen Blättern legen die Weibchen ihre Eier ab, aus denen nach zwei Wochen Raupen schlüpfen und sich sogleich von den Blättern ernähren. Auch zum Verpuppen und – wenn nötig – zum Überwintern nutzen die Raupen des Großen Feuerfalters die Stängel oder verwelkten Blätter des Fluss-Ampfers.

Auf der Roten Liste gelandet

Im Vergleich zu den 50er und 60er Jahren ist die Population des Großen Feuerfalters stark zurückgegangen. Inzwischen wird er als „stark gefährdet“ eingestuft. Aber warum? Durch intensive Grünlandnutzung, regelmäßige Entwässerung, falsche bzw. fehlende Beweidung oder Mahd verschwinden die Nektarpflanzen und der Fluss-Ampfer, die für den Großen Feuerfalter so wichtig sind.

Gut geschützt im Naturpark Barnim

Im Naturpark Barnim jedoch findet der Große Feuerfalter perfekte Lebensbedingungen: Feuchtwiesen werden revitalisiert, der Fluss-Ampfer durch behutsame Mahd erhalten und stark wachsende Gräser durch eine extensive Beweidung im Zaum gehalten, damit sie die kostbaren Nektarpflanzen nicht verdrängen. So können Sie im Naturpark Barnim den kleinen König der Lüfte noch immer beobachten.

 


01_Blutweiderich_by_Rolf Handke_pixelio.de
03_Lycaena dispar_NaturparkBarnim
04_Flussampfer_Naturpark Barnim
P1130088_Lycaena_Trampe

Zauneidechse

Im Reich der Zauneidechsen

Zauneidechsen suchen den Wechsel von offenen Böden und lockerem Pflanzenbewuchs – und finden ihn in der Schönower Heide. Hier genießen sie ihr Sonnenbad genau so wie die Kühle und den Schutz der Vegetation.

Treffpunkt Schönower Heide

Nicht nur Naturliebhaber aus Berlin und Brandenburg zieht es in die Schönower Heide. Auch Zauneidechsen lieben diesen speziellen Landschaftsraum mit seinen offenen Sandböden und den unterschiedlich dicht bewachsenen Bereichen. Als wechselwarme Tiere nutzen sie die freien Flächen für ein Sonnenbad, um ihre Körperfunktionen zu aktivieren. Nach diesem Morgenritual gehen die Zauneidechsen auf Nahrungssuche. Auf ihrer Speisekarte stehen an erster Stelle Heuschrecken, Käfer, Ameisen, Spinnen, und deren Larven. Dazu trinken sie einen Tropfen Tau- oder Regenwasser. Brauchen sie Schutz oder Abkühlung, ziehen sie sich in die vegetationsreichen Teile der Schönower Heide zurück.

Beliebter Sandboden

Die offenen Sandböden der Schönower Heide nutzt die Zauneidechse zum Fortpflanzen und Überwintern. Im Herbst graben sie sich in den lockeren Sand ein und schützen sich so während ihrer winterlichen Kältestarre vor Frost. Erst im März, mit Beginn der Paarungszeit, erwachen die Zauneidechsen wieder. Für die Eiablage wählen sie erneut die sandigen Plätze der Schönower Heide. Hier hinein gräbt das Weibchen kleine Löcher, in die es 5 bis 14 Eier setzt. Nach ca. 2 Monaten schlüpfen die bis zu 6 cm langen jungen Eidechsen.

Die Glattnatter ist nicht weit

Zu den Feinden der Zauneidechse gehören Glattnattern, Vögel, Marder und Füchse. Als Schutzmechanismus kann die Eidechse einen Teil ihres Schwanzes abwerfen, um die Aufmerksamkeit des Feindes auf das zuckende Anhängsel zu lenken. Der Schwanz wächst später wieder nach.

Streng geschützt und im Naturpark gut aufgehoben

In Norddeutschland ist die Zauneidechse durch eine intensive Landwirtschaft, durch Straßen- und Siedlungsbau sowie das Verschwinden von Randstreifen und Böschungen nur noch selten anzutreffen. Sie gehört zu den streng geschützten Arten. Weil die Berliner Forsten die unterschiedlichen Lebensbereiche der Schönower Heide erhalten, zählt dieser einzigartige Landschaftsraum vor den Toren Berlins nach wie vor zum Reich der Zauneidechse.

 

 


Zauneidechse, Sand lizard, Lacerta agilis

SchoenowerHeide_Lebensraum_KerstinBosse

02_NSG_SchoenowerHeide_Liebke

03_Zauneidechse_by_Stephan Bratek_pixelio.de

04_Zauneidechse_weiblich_by_Jewgenia Stasiok_pixelio.de

 

 

Honigbiene

Honig, Wachs und Artenvielfalt

Die Honigbienen produzieren nicht nur Honig und Bienenwachs, sondern bestäuben auch Nutz- und Wildpflanzen. So leisten die Bienen einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt im Naturpark Barnim.

Gute Kollegen: Bienen und Imker

Mit viel Leidenschaft und fundiertem Wissen hegen unsere Naturpark-Imker ihre Bienen. Dabei wird feinster pollenreicher Honig produziert. Im BARNIM PANORAMA und im Milchladen der Lobetaler Bio-Molkerei in Biesenthal können Sie Barnimer Naturparkhonig kaufen. Der Beste wird traditionell zum Naturparkfest prämiert.

60.000 Bienen, und jede weiß, was sie zu tun hat

Jeder Bienenstock ist ein komplexer Staat, der die meiste Zeit des Jahres aus Königin und Arbeiterinnen besteht.
Bis zu 60.000 Bienen teilen alle Aufgaben unter sich auf. Die Arbeiterinnen z.B. bauen, beschützen, ziehen Larven auf, sammeln Nektar und Blütenstaub, und bestäuben dadurch unzählige Pflanzen.
In die von ihnen gebauten Waben legt die Königin ab den ersten Temperaturen über Null Grad im zeitigen Frühjahr bis in den Herbst hinein täglich bis zu 2.000 Eier. Nach 21 Tagen schlüpfen schon die jungen Bienen. Bis zum Sommer hat das Volk auch um die 1.000 männliche Tiere, die Drohnen, herangezogen. Viele von Ihnen begatten die Jungköniginnen und sterben daraufhin. Die übrigen Drohnen werden bei Trachtende im Spätsommer aus dem Stock vertrieben.

Kurz bevor eine Jungkönigin schlüpft, verlässt die alte Königin mit einem Teil der Arbeiterinnen den Stock und gründet einen neuen Staat. Im Oktober ist die Brutzeit beendet und die Winterruhe beginnt.

Rückgang durch Umwelteinflüsse

Seit der Nachkriegszeit ist ein kontinuierlicher Rückgang von Bienenvölkern zu erkennen. Ursachen sind unter anderem Krankheitserreger, der verstärkte Einsatz von Pestiziden, sowie Monokulturen. Auch zerstörte Lebensräume stehen im Verdacht, für den andauernden Bienenrückgang verantwortlich zu sein. Nur intakte Lebensräume schaffen das richtige Umfeld für Bienen.

Bienen daheim besuchen!

Tourentip: Auf dem Entdeckerpfad im BARNIM PANORAMA können Sie einen Bienenstock, die Wohnung der Honigbienen, besichtigen.
Oder buchen Sie eine Führung für Kinder im BARNIM PANORAMA zum Thema „Von Blüten, Bienen, Wind und Wasser -Wege der Bestäubung“.

Mehr unter: www.barnim-panorama.de

 

 


Arbeitsbiene
Biene_Apfelbluete_Fotolia_64718280
Bienennest
Blumenwiese
Naturparkhonig
Pollenpaket

 

 

Entdeckertour 2015

Entdeckertour durch den Naturpark Barnim

Bitte erkundigen Sie sich nach den nächsten Terminen.

Es ist immer ein besonderes Erlebnis, wenn Naturparkchef Peter Gärtner und Molkereimeister Michael Kuper zu ihren Lieblingsplätzen im Naturpark Barnim führen. Die Lobetaler Bio-Molkerei gehört genau so dazu wie der malerische Liepnitzsee oder die Dünen der Melchower Schweiz. Groß und Klein kommen an diesem Tag auf ihre Kosten.

Auf Entdeckertour im Mai 2015

Vor dem Bahnhof Bernau flattert eine Lobetaler Bio-Fahne. Hier nehmen Molkereimeister Michael Kuper und Naturparkchef Peter Gärtner ihre Entdeckergruppe in Empfang. Gemeinsam geht’s nun mit dem gecharterten Bus mitten hinein in den Naturpark Barnim.

Über Berg und Tal.

Über Terrassen, durch Schluchten bis hin zu eingesenkten Seen – malerisch, welche Formen die Eiszeit rund um den Liepnitzsee hinterlassen hat. Naturparkchef Peter Gärtner erzählt, wann und wie dieses Auf und Ab entstand und was es mit den eingestreuten Mooren auf sich hat.
Ehrwürdige Buchen säumen die Seen. Kein Wunder, dass der Gesang der Hohltaube und das emsige Trommeln des Schwarzspechts den Vormittag über zu hören sind. Verlassene Schwarzspecht-Nester hoch oben in den Buchen werden übrigens von Schellenten genutzt, die weiter vorn über den Liepnitzsee kreuzen. Auf dem Wasser gesellen sich ihnen Haubentaucher oder Reiherenten hinzu.

Regionale Köstlichkeiten.

Eine wohlverdiente Stärkung gibt es am Mittagsbuffet in der Lobetaler Bio-Molkerei. Eben hat Michael Kuper die Herstellung seines Joghurts erklärt, nun darf probiert werden. Noch eine Tasse Kaffee, ein kleiner Einkauf im Milchladen und schon fährt der Entdeckerbus wieder vor.

Vom Winde verweht.

Gesättigt und ausgeruht geht es weiter in die Melchower Schweiz. Wie der Name schon erahnen lässt, ist Brandenburg rund um Melchow ungewöhnlich hügelig. Die Erklärung reicht viele Tausend Jahre zurück: Als nach der letzten Eiszeit angespülter Sand noch nicht bewachsen war, wurde er wortwörtlich vom Winde verweht und zu 10 bis 15 Meter hohen Binnendünen angehäuft. Peter Gärtner zeigt, wie die Luv- und Leeseite an einer Düne zu unterscheiden sind und welche Spuren die Eifelvulkane in den Binnendünen bei Melchow hinterlassen haben.

Einkehr- und Ausklang.

Am Naturparkbahnhof in Melchow können Sie bei Kaffee und Kuchen den Tag Revue passieren lassen, bevor Sie den Zug nach Hause oder den Entdeckerbus zurück zum Bahnhof Bernau nehmen.

 

 


_LIE0236_FrankLiebke
Haubentaucher_Barnim
Schwarzspecht
Schellente_Barnim
Naturparkbahnhof_Melchow

 

 

Tanz der Kraniche

Alle Jahre wieder: Die Kraniche sind zurück im Barnim

Ende Februar / Anfang März landen mehrere Hundert  Kraniche im Naturpark Barnim. Dann  können Sie wieder ihre trompetenden Rufe  im Biesenthaler Becken hören und mit etwas Glück die Balztänze dieser majestätischen Vögel beobachten. Einige bleiben den ganzen Sommer über bei uns, brüten hier und ziehen ihre Jungen auf. Andere fliegen nach einer kleinen Pause  weiter in den Norden. Ab Mitte Oktober sammeln sich die Kraniche erneut, um gemeinsam gen Süden zu fliegen.

Was die Kraniche in den Barnim zieht

In Deutschland sind die Grauen Kraniche (Grus Grus) heimisch. Als Zugvögel verbringen sie den Sommer in Mittel- und Nordeuropa, wo sie brüten und ihre Jungen aufziehen, bevor sie zum Überwintern nach Spanien oder sogar bis Nordafrika ziehen. Deutschland und Brandenburg spielen hierbei eine wichtige Rolle als Zwischenstation – und als Brutgebiet. Geeignete Brutbiotope sind unberührte Flachwasserbereiche in Moor- und Sumpflandschaften, Erlenbrüchen, Röhricht und Ackersölle. Bevorzugt werden Feuchtgebiete in Waldrandnähe, die dem Kranichpaar nahrungsreiche und überschaubare Offenlandschaften für die Aufzucht der Jungvögel bieten.

Der große Aufbruch

Von Juli bis Anfang Oktober finden sich die Kraniche auf Sammelplätzen ein, die über sichere Schlafplätze und ein ausreichendes Nahrungsangebot (Halme, Wurzeln, Insekten, Kleinsäuger, Würmer, Schnecken, Getreidesaat und kleinen Fische) verfügen. Ab Mitte Oktober beginnt im Nordosten Deutschlands der Abzug der Kraniche in ihre Winterquartiere. Da in Skandinavien der Flug Richtung Süden schon früher einsetzt, befinden sich auf den Sammelplätzen nicht nur „deutsche“ Kraniche.

Naturschutz zeigt Wirkung

Der Kranich ist der größte Vogel, den es in Deutschland zu beobachten gibt. In der Vergangenheit war die Art in Europa stark gefährdet, weil ihr Lebensraum durch intensive Landwirtschaft immer kleiner wurde. Langjährige Schutzbemühungen haben jedoch dazu geführt, dass die Population endlich wieder stabil ist. In Deutschland brüten inzwischen wieder etwa 5.000 Paare, davon mehr als 700 in Brandenburg.

Im Naturpark Barnim wurden die Brutbedingungen für den Kranich durch zahlreiche Moor-Renaturierungsmaßnahmen derart verbessert, dass die Zahl der Brutpaare in den letzten 15 Jahren auf 66 angestiegen ist.

 


jungeKraniche_-EberhardHenne
Kranich_by_Dieter_Osterodt_gross
Kranich_Kueken_EberhardtHenne
Kranichkueken_-EberhardHenne

1. Berlin-Brandenburger Naturschutz-Tagung

Berlin-Brandenburger Naturschutz-Tagung 2015

Ein Tag rund um den Moorschutz

Es ist ein spannendes Thema, das der Naturpark Barnim 2015 auf die Tagesordnung gesetzt hat. Erfahrene Naturschützer und interessierte Laien haben sich in Vorträgen und Diskussionen ausgetauscht und die Eichwerder Moorwiesen im Rahmen einer geführten Exkursion erkundet.

Erfahren Sie weitere Termine im Naturpark unter: www.naturpark-barnim.brandenburg.de/Veranstaltungen. Und besuchen Sie die Eichwerder Moorwiesen derweil auf eigene Faust.

Die Eichwerder Moorwiesen erholen sich

Einst haben im Tegeler Fließtal Enziane und Orchideen geblüht! Von der reichen Moorvegetation zeugen heute nur noch wenige Arten wie Sumpfbaldrian oder Schlangenknöterich. Aber die Eichwerder Moorwiesen erholen sich. Der Naturschutzfonds Brandenburg renaturierte mit Unterstützung des Naturparks diesen seltenen Lebensraum an der Grenze von Berlin und Brandenburg.

Kalkmoore sind selten geworden

Vor rund hundert Jahren waren Moore, die mit kalkhaltigem Bodenwasser gespeist werden, in Brandenburg noch weit verbreitet. Das Besondere an Kalkmooren ist ihr Artenreichtum. Viele
heute vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Moose sind in Kalkmooren zu Hause – oder waren es einmal.

Mensch und Moor

Die Bewohner des Tegeler Fließtals haben ihre Moorwiesen Jahrhunderte lang sanft genutzt und die biologische Vielfalt sogar erhöht. Problematisch sind die Extreme: Wird eine Moorwiese intensiv bewirtschaftet und dafür tiefgreifend entwässert, trocknet das Moor aus und wird unwiederbringlich zerstört. Gibt man aber die Bewirtschaftung einer Moorwiese ganz auf, breiten sich Hochstauden, Weidengebüsche und Erlenwälder aus und verdrängen die artenreiche Moorvegetation. Beides ist im Gebiet der Eichwerder Moorwiesen passiert. Die bis in die 70er Jahre hier auftretenden Kalkbinsen-Riede, Braunmoos-Seggen-Riede und Großseggen-Riede sind nur noch auf Restflächen erhalten. Schlangen-Knöterich und Sumpf-Baldrian erinnern an die reiche Pflanzenwelt, die hier einst heimisch war.

Renaturiert und nun wieder zu bewundern

Die Renaturierung der Eichwerder Moorwiesen begann im Winter 2012/2013: Weidengebüsche und Jungerlen wurden auf acht Hektar entnommen und etwa 40 Gräben
von rund 6,5 km Länge verschlossen. Zur Wiederherstellung der Moore sollen sich die Wasserstände ganzjährig auf Oberflächenniveau einstellen. Auch eine behutsame Nutzung der ehemals verschilften Flächen ist geplant, um dem Boden Nährstoffe zu entziehen. So werden die neuen Flächen ideale Voraussetzungen für die Wiederbesiedlung durch Amphibien,
Wiesenvögel, Insekten und seltene Niedermoorpflanzen bieten.

Vielleicht braucht es gar nicht viel, um die Moorwiesen „wachzuküssen“. Denn manche Samen können im Torf Jahrzehnte überdauern und keimen bei den richtigen Wasser- und Nährstoffverhältnissen wieder auf.

 

 

 

 


Panoramaneu_Moorwiesen_Andrea1_Ausschnitt
DSC_0031
Krebsschere
Moor
Graureiher_TegelerFliesz
Steg_LehrpfadEichwerderMoorwiesen

Biber im Naturpark Barnim

Auf den Spuren des Bibers

Selten trifft man ihn persönlich, doch Europas größter Nager gehört zu den Bewohnern des Naturparks Barnim. Seine imposanten Burgen und Dämme wie auch gefällte Bäume, spitze Stümpfe und Kegelschnitte verraten die Anwesenheit des Bibers.

Ein professioneller Baumeister

Geschickt gestaltet der Biber seinen Lebensraum: langsam fließende oder stehende Gewässer. Er hebt durch den Bau von Dämmen den Wasserstand soweit an, dass der Ausgang seiner Knüppelburgen oder Erdröhren stets unter Wasser liegt und er schwimmend seine Nahrungsvorräte erreichen kann. Biber sind übrigens reine Vegetarier. Sie ernähren sich von Wasserpflanzen, Kräutern sowie im Winter von Weiden, Pappeln und anderen Weichhölzern.

Perfekt gebaut für seinen Lebensraum

Ein ausgewachsener Biber wird bis zu 125 cm lang und bringt 25 Kilo auf die Waage. Sein Körperbau ist hervorragend an die Lebensweise im und am Wasser angepasst: Er kann bis zu 20 Minuten tauchen, wobei Ohren und Nase unter Wasser fest verschlossen werden. Sein beschuppter Schwanz, die „Kelle“, dient ihm als Steuerruder, aber auch als Fettdepot und zur Regulation der Körpertemperatur. Außerdem kann er durch einen lauten Aufprall der Kelle auf die Wasseroberfläche „Alarm schlagen“.

In der Vergangenheit schonungslos verfolgt

In vergangenen Jahrhunderten wurde der Biber stark bejagt. Er war deswegen in weiten Teilen Europas gegen Ende des 19. Jhd. ausgerottet. Begehrt war nicht nur sein warmer Pelz, sondern auch sein Drüsensekret, das so genannte „Bibergeil“, das gegen Schmerzen eingesetzt wurde, weil es – wie Aspirin – Salicylsäure enthält. Zudem führte die fortschreitende Vernichtung seines Lebensraumes zu weiteren Bestandrückgängen.

Heute streng geschützt

Durch intensive Schutzbemühungen und diverse Wiederansiedlungen konnten sich die Biberbestände erholen. Gegenwärtig leben in Brandenburg über 2.200 Elbebiber. Allein im Naturpark Barnim wurden 2014 83 Biberreviere nachgewiesen. Weil dem Biber heute vor allem durch Gewässerausbau, Uferverbau, Zerstörung von Feuchtgebieten und die Zerschneidung durch Verkehrswege Gefahr droht, achtet der Naturpark Barnim bei Straßenneubau auf artenschutzgerechte Straßendurchlässe, die Biber vor dem Verkehrstod schützen. Auch der Erhalt von Uferstreifen, die Renaturierung von Fließgewässern und Feuchtgebieten haben höchste Priorität.
Wandern Sie auf den Spuren des Bibers durch den Naturpark Barnim und staunen sie über die Gestaltungskünste dieses Wasserbaumeisters.

 

 


01_Biber auf der Burg
02_Biber in Aktion
04_Biberdamm Briese
06_Biberfraszspur
07_Briese_Winter

 

 

Adventswandern Schönower Heide

Adventswanderung über die Schönower Heide

Erst 1,5 Stunden über die Heide wandern und dann den Tag am Lagerfeuer ausklingen lassen. Die Großen genießen die Winterstimmung, die Kleinen warten auf den Weihnachtsmann.

Termine 2015 auf www.schoenower-heide-verein.de.

Ideal für Familien mit kleinen Kindern

Die Adventswanderung steht traditionell unter einem Motto, das erst vor Ort bekannt gegeben wird. Dann gilt es, kleine Aufgaben zu lösen – ganz spielerisch natürlich, denn die ganze Familie soll ihren Spaß haben. Der Weihnachtsmann hält zur Belohnung eine Überraschung bereit. Am Lagerfeuer sorgt die Freiwillige Feuerwehr Schönow für das leibliche Wohl der Wanderer. Zusammen mit dem Schönower-Heide-Verein organisiert sie dieses winterliche Vergnügen Jahr für Jahr.

Im Winter die Tierwelt des Naturparks beobachten

Manche Bewohner der Schönower Heide sind im Winter unsichtbar: Zauneidechse und Glattnatter etwa haben sich zum Winterschlaf in die Erde vergraben. Andere – wie das scheue Dam- Rot und Muffelwild – lassen sich leichter beobachten, wenn die Espen und Birken ihr Laub abgeworfen haben.

Die Schönower Heide – zu jeder Jahreszeit schön

Nur eine halbe Stunde vor den Toren Berlins liegt die Schönower Heide, ein Stück Naturpark mit ganz eigenem Charakter. Der ehemalige Truppenübungsplatz wurde schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der kaiserlichen Gardeinfanterie, später von der Wehrmacht und nach dem zweiten Weltkrieg von der Roten Armee für militärische Übungen genutzt. So entstand ein fast baumloser Lebensraum, in dem sich Silbergrasfluren, Sandtrockenrasen und Besenheide breit machten. Ob Feldgrille, Röhrenspinne, Zauneidechse, oder Tagfalter – zahlreiche seltene Arten fanden hier ideale Bedingungen und siedelten sich an. Nach Ausbleiben der Truppenmanöver sind nun auch wieder Wanderer willkommen. Sie werden im Frühjahr vom flötenden Gesang der Heidelerche und im Herbst von der violetten Heideblüte begleitet. Allerdings würde diese einzigartige Landschaft schnell wieder zuwachsen, wenn sich nicht Rot-, Dam- und Muffelwild um die jungen Triebe von Bäumen und Sträuchern kümmerten. Sie unterstützen den Erhalt der Heide.

Wenn Sie die Adventswanderung am 14.12.14 verpasst haben, können Sie auch auf eigene Faust losziehen! Die Beschreibung der Route finden Sie auf der nächsten Seite.

 

 


01_Adventswanderung
04_Koniks_SchoenowerHeide
05_Schoenower Heide_winterlich
06_SchoenowerHeide_Aussicht_D.Schwarz
07_wild_Winter
Lagerfeuer_iStock_35405878_mittel_RGB

 

Naturerlebnispfad

Outdoor-Entdeckerpfad: „Die Schätze des Barnim“

Seit Oktober 2014 ist der Naturpark Barnim um eine Attraktion reicher: Ein rund 150 Meter langer Pfad schlängelt sich durch das bewaldete Außengelände des BARNIM PANORAMA und lädt dazu ein, die Vielfalt des Naturparks mit allen Sinnen zu erfahren.

Das Abenteuer zur Ausstellung

Vor allem Kinder nehmen die Einladung unter freiem Himmel gerne an. Sie wühlen im Laub, kriechen durch Totholzhaufen, klettern ins Baumhaus, legen sich in die Traumschnecke, sind Gäste im Amphibientheater. Auf rund 3.000 qm erobern sie sich all die Themen, die gleich nebenan in der Ausstellung des BARNIM PANORAMA angesprochen werden.

Ausruhen auf der Datenbank

Sie müssen kein Kind sein oder eigene Kinder haben, um sich auf den Entdeckerpfad zu begeben. Auch ausgewachsene Augen, Ohren und Nasen dürfen sich auf neue Erfahrungen einlassen. Zum Verschnaufen können Sie eine von sieben „Datenbanken“ aufsuchen, die Sie mit Informationen zu verschiedenen Lebensräumen und ihren Bewohnern versorgen.
Hier erfahren Sie mehr über …
+ das Flirten der Igel
+ Tiere, die mit den Ohren sehen
+ die Speisekammer von Bodenorganismen
+ die Stockwerke des Waldes und ihre Bewohner
+ vergessene Leckereien am Wegesrand
+ die ferne Herkunft der Steine auf unseren Äckern
+ tierische Baumeister an Gewässern

Begleitprogramm inklusive

Mit dem begleitenden Umweltbildungsprogramm „Schätze des Barnim“ können Schulklassen und Kindergruppen fortan auf Tour durch den Entdeckerpfad gehen. Bereits am Eröffnungs­tag probierten viele Kinder das Tierquiz aus und suchten begeistert nach Igel, Kranich & Co.
Auch hier gilt: Niemand ist zu alt für die Angebote des Entdeckerpfades. Am Baumhaus finden Sie zum Beispiel Anregungen zum Bau von Nistkästen, die Sie in aller Ruhe zu Hause zimmern können.
Nicht vergessen: Das Einflugloch bitte immer Richtung Osten oder Südosten ausrichten. Warum, verrät Ihnen der Entdeckerpfad …

 


BAPAN_Entdeckerpfad1_MoritzDetel
Feuchtbiotop_Kranichpaar2_AndreaBrodersen
KinderGlas_shutterstock_16531051
Totholzwaende_AndreaBrodersen

Lebensraum Ackersoll

Lebensraum Ackersoll – Wohnort der Rotbauchunke

Ackersölle sind Überbleibsel der Eiszeit: kleine Wasserlöcher, wertvolle Biotope. Auch die vom Aussterben bedrohte Rotbauchunke lebt hier. Im Herbst zieht sie sich in frostfreie Höhlen, Reisighaufen oder Erdgänge zurück. Damit sie im Frühling einen ungestörten Laich- und Lebensraum vorfindet, baggerte der Naturpark Barnim verlandete Sölle aus – die Rotbauchunke ist schließlich sein Wappentier.

Auf der Suche nach der Rotbauchunke

Leicht wird die Rotbauchunke mit ihrem Tarnfarben-Look und einem gerade einmal fünf cm langen Körper übersehen. Ihre knallorangen oder leuchtroten Bauchflecken zeigt sie nur, wenn sie Gefahr wittert. Noch vor Jahrzehnten war die Rotbauchunke im Norden und Osten Deutschlands, so auch im Naturpark Barnim, weit verbreit. Zahlreich vorhandene Kleinge­wässer – wie zum Beispiel Ackersölle – boten ihrem Nachwuchs eine ideale Kinderstube.

Mit den Ackersöllen verschwanden die Unken

Die meisten Kleingewässer im Naturpark Barnim stammen aus der letzten Kaltzeit. Als sich die Gletscher vor 20.000 Jahren zurückzogen, wurden Eisblöcke in den Boden gedrückt und überdauerten als Toteis viele Jahrhunderte. Später füllten sich die zurück gebliebenen Hohl­räume mit Wasser – Ackersölle entstanden. Es sind nahezu kreisrunde Wasserlöcher von etwa 100 m Durchmesser und sehr spezielle, weil fischfreie Biotope. Heute sind Ackersölle selten geworden. Sie verlandeten oder wurden beim Pflügen nach und nach zugeschoben. Mit dem Verlust ihrer Lebensräume ging auch die Rotbauchunkenpopulation zurück, so dass sie deutschlandweit als „vom Aussterben bedroht“ auf der Roten Liste steht.

Neue Kleingewässer für Rotbauchunken & Co.

Um den Unken und anderen Lurchen wieder ideale Lebensräume anzubieten, ließ die Naturparkverwaltung 1999 und 2000 in dem kleinen Dorf Trampe einige der verlandeten Kleingewässer ausbaggern. Außerdem rodete sie umstehende Gehölze, damit die Sonne das Gewässer schneller aufheizen kann – mögen es doch die Kaulquappen der Rotbauchunke schön warm. Der Plan geht auf: Im April stellen die Unkenmännchen mit einem melodischen „Uuuhhh – uuuhhh – uuuhhh“ ihre Rückkehr unter Beweis und werben um die Weibchen, die bis Ende Juni ihre Eier an Wasserpflanzen ablegen. So wächst die Population Jahr für Jahr. Und auch andere Lurche – wie Kammmolch, Moorfrosch oder Erdkröte – finden sich nun jedes Frühjahr in den neu entstandenen Gewässern ein.

 


Ackersoll bei Trampe_Klaeber_klein
Ackersoll_Bewirtschaftung_JoergWilke
Ackersoll_Wandlitz_PeterGaertner
Rotbauchunke_NorbertSchneeweiss