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Hobrechtsfelde: Ausgezeichnete Vielfalt

Hobrechtsfelde: Ausgezeichnete Vielfalt

In nicht einmal 40 Jahren vom Rieselfeld für Abwässer zur ökologisch wertvollen Waldweidelandschaft – das überzeugte auch die Jury der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Die ehemalige Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde ist deshalb jetzt ein offizielles Projekt der Initiative der Vereinten Nationen. Am 22. August 2019 nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Projekts die Auszeichnung entgegen.

Eine Initiative für die Vielfalt

Gegen den weltweiten Rückgang der Naturvielfalt haben die Vereinten Nationen den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen. Die Initiative lenkt den Blick auf die Biodiversität und setzt sich dafür ein, dass möglichst viele Menschen die Bedeutung und den Wert der biologischen Vielfalt erkennen und dazu beitragen, sie zu erhalten. Regelmäßig zeichnet die Initiative Projekte aus, die das konkret umsetzen – wie zum Beispiel die Waldweide in Hobrechtsfelde.

Lebensraum für gefährdete Arten

Auf den ehemaligen, nun renaturierten Rieselfeldern nördlich von Berlin, wo bis in die Achtzigerjahre Abwässer entsorgt wurden, grasen heute rund ums Jahr Rinder und Pferde. Als natürliche Landschaftsgestalter helfen sie, das Areal zu einer artenreichen, halboffenen Waldlandschaft zu machen. Die nachhaltige Beweidung mit robusten Arten und die Wiedervernässung der Flächen fördern den Artenreichtum – einen der Indikatoren für Biodiversität. Seitdem finden messbar mehr Arten einen Lebensraum auf den ehemaligen Abwasserfeldern. Nicht weniger als 107 Brutvogelarten – darunter gefährdete Arten wie Krick- und Löffelente, Braunkehlchen, Raubwürger, Wachtelkönig, Wendehals und Zwergdommel – wurden registriert. In den Mooren und Fließen des Gebiets finden sich auch mehr Reptilien, Amphibien und Libellen.

Ein Baum als Symbol

Dass dieser artenreiche Naherholungsraum vor den Toren Berlins entstehen konnte, ist der engagierten Zusammenarbeit von Berliner Forsten und Naturpark Barnim zu verdanken. Mit dem Projekt bringen sie Naturschutz, Forstwirtschaft und stadtnahe Erholung mit Nutzen für alle unter einen Hut. Wie für das Projekt gemacht schien dann auch der sogenannte Baum der Vielfalt, die symbolische Trophäe der UN-Dekade, den die Vertreterinnen und Vertreter der Partner bei der Würdigung am 22. August 2019 feierlich entgegennahmen.

Besuchen ausdrücklich erlaubt

Der Besuch im etwa 820 Hektar großen Areal ist übrigens ausdrücklich erlaubt. Die neun unterschiedlich großen Beweidungskomplexe sind zwar vollständig umzäunt, aber über 50 Tore für Besucher zugänglich. Bitte beachten Sie dazu die Verhaltensregeln. Ein ausgeschildertes Wegesystem mit Rastplätzen und Aussichtsplattformen lässt Besucher erleben, wie sich eine Landschaft durch die Beweidung nach und nach verändert.

Erfahren Sie mehr:

über die Auswahl des Projekts durch die UN-Dekade Biologische Vielfalt: www.undekade-biologischevielfalt.de

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